Gesundheitspolitik der Großen Koalition

Gesundheitspolitik der Großen Koalition

Familiennachzug, paritätische Kassenbeiträge, kein höherer Spitzensteuersatz: Union und SPD haben sich bei den Sondierungen nach 24 Stunden geeinigt. Doch das Sondierungspapier zur Gesundheitspolitik der kommenden GroKo bleibt beim wichtigen Thema “Gesundheit“ unfassbar oberflächlich. Kein Wort zu so wichtigen Themen wie

  • Telemedizin,
  • Einfluss der Technologien auf die Langzeitkosten des Gesundheitswesens,
  • Fachkräftemangel im Gesundheitswesen,
  • langfristige Tragfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung usw.

Hier der vollständige Text des Sondierungspapiers zur Gesundheitspolitik: Weiterlesen

Koalitionsvertrag legt Rahmenbedingungen für künftige Gesundheitspolitik fest

Es ist geschafft. CDU, CSU und FDP haben sich auf einen Koalitionsvertrag verständigt, der zumindest auch die Rahmenbedingungen für die künftige Gesundheitspolitik festlegt.

Kritik ist bereits flächendeckend zu vernehmen, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass die neue Regierung noch nicht einmal im Amt ist. Hatten die Regierenden bislang 100 Tage Zeit, bevor ein erstes Fazit gezogen wurde, müssen sich die Koalitionsparteien nun also bereits vor Regierungsantritt mit einer vielstimmigen Kritik auseinandersetzen.

Ob diese Kritik berechtigt ist wird davon abhängen, ob sich die Regierungsparteien in den kommenden Wochen auf ein tragfähiges Konzept in der Gesundheitspolitik verständigen können.

Damit Sie sich ein eigenes Bild von den Absichten der Regierungsparteien machen können, erhalten Sie HIER einen Auszug des Koalitionsvertrages, der den Abschnitt zur Gesundheitspolitik enthält.

Unter anderem ist dort zu lesen, Weiterlesen

TSVG: Wer ist Gewinner? Wer ist Verlierer?

TSVG: Wer ist Gewinner? Wer ist Verlierer?

Einige Tage nach der Verabschiedung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) werden nun die tatsächlichen Gewinner und Verlierer sichtbar. Im Bereich der zahnärztlichen Versorgung gibt es dabei zwei Verlierergruppen: Die Zahnärzte auf dem Land und die Standesvertreter auf KZBV-Ebene – insbesondere der KZBV-Vorstand.

Für die Zahnärzte auf dem Land ist die Situation einfach erklärt: Durch die beschlossene sehr strikte Quotenregelung von 10 % – mindestens diese gilt praktisch immer, da es in Deutschland im rechtstechnischen Sinne nirgendwo zahnärztliche Unterversorgung gibt – bleibt ihnen in personenschwachen Versorgungsbezirken die Möglichkeit verwehrt, ihre Praxis in ein Krankenhaus-Z-MVZ einzubringen. Wenn in einem Versorgungsbereich nur 40 Zahnärzte zugelassen sind, darf ein Krankenhaus-Z-MVZ allenfalls 4 Versorgungsaufträge wahrnehmen. Angesichts dessen, dass nur wenige Krankenhäuser Z-MVZ betreiben – und diese auch nicht in allen Regionen Schwerpunkte bilden, können hier Zahnärzte in einem „Wettlauf der Praxisabgeber“ auf der Strecke bleiben – mit fatalen Folgen für den auch als Altersvorsorge gedachten Praxisverkauf. Von den in Zukunft unversorgten Patienten und der unattraktiveren Standortsituation an den bisherigen Praxisorten ganz zu schweigen. Selbst der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Schinnenburg kritisierte diese Quotenregelung im Gespräch mit der DZW, obwohl die FDP beim Thema „Krankenhaus-Z-MVZ“ von Anfang an eine sehr kritische Haltung vertreten hat.

Politischer Verlierer ist die KZBV. Das erscheint im ersten Moment befremdlich, ist doch mit der „Quotenregelung“ ein Instrument zur Verhinderung der Gründung von Krankenhaus-MVZ ins Gesetz implementiert worden. Hier lohnt eine genauere Betrachtung:

In den vergangenen Monaten hatte man das Gefühl, dass in der KZBV ausschließlich das Thema „Investoren-Z-MVZ“ eine Rolle spielte. Die KZBV führte eine nicht nur finanziell aufwändigste Kampagne gegen die Krankenhaus-Z-MVZ durch mit unzähligen Gesprächen mit Abgeordneten, Landesministern und Ministerialbeamten. Die von ihr mitherausgegebenen „Zahnärztlichen Mitteilungen“ wurden zur verlängerte Pressestelle, um den Lösungsvorschlag der KZBV populär zu machen. In teils schrillen Tönen wurde über angebliche Missstände – zumeist aufgrund anonymer Aussagen – berichtet, während positive Beispiele wie die „Zahnheimat“ in Ostfriesland ausgeblendet oder ins Lächerliche gezogen wurden. Zweifelhafte Statistiken wurden präsentiert, dass es mehr Z-MVZ in Städten gebe – grundsätzlich nicht falsch, ist aber schnell erklärt: Genauso wie es in Städten auch mehr größere Berufsausübungsgemeinschaften und Zahnärzte allgemein gibt, existieren dort mehr Z-MVZ, weil dort mehr Menschen leben.

Gleichwohl blieb am Ende vom Vorschlag der KZBV nicht viel übrig. Sie hatte gefordert, dass Krankenhäuser Z-MVZ nur noch im vertragszahnärztlichen Planungsbereich des entsprechenden Krankenhauses sowie nur noch bei Vorhandensein eines zahnmedizinischen Versorgungsauftrags gründen dürften. Dieser Vorschlag, der insbesondere die großen Krankenhausketten mit Krankenhäusern in ganz Deutschland in noch höherem Maße bevorzugt hätte und daher von Anfang an erstaunlich war, wurde trotz eines positiven Votum des Bundesrates vom Deutschen Bundestag nicht übernommen. Offenbar sahen die Gesundheitspolitiker des Bundestages, dass dahinter ausschließlich Verweigerungshaltung steckte, allerdings keine Lösung der KZBV für die wachsende Zahl der Zahnärztinnen und Zahnärzte, die angestellt arbeiten möchten, steckte. Dass das nun vorliegende Quotenkonzept mit seiner Bevorzugung ausgerechnet des städtischen Raumes nun überhaupt keine Problemlösung darstellt, steht auf einem anderen Blatt. Ohne die Verknüpfung mit verschiedensten anderen Änderungsanträgen in anderen Bereichen hätte es diese Regelung kaum ins Bundesgesetzblatt geschafft. Selbst das Justizministerium bewertet sie als rechtlich zweifelhaft. Aber sein Eingriffscharakter bleibt doch weit hinter der ursprünglichen KZBV-Lösung.

Um sich gegenüber seinen Wählern nun doch noch irgendwie als Gewinner zu präsentieren, muss der KZBV-Vorstand die nun gewählte Lösung irgendwie als Gewinn präsentieren, obwohl sie für die vielbeschworene Versorgungssicherheit auf dem Land gar nichts leistet. Andere für Zahnärzte positive Regelungen wie die Erhöhung der Festzuschüsse oder die Abschaffung der Degression waren ja schon im ursprünglichen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Spahn enthalten.

Man muss allerdings nicht viel Phantasie haben, um die nächsten argumentativen Schritte der KZBV vorherzusehen. Aufgrund der Gesetzeslage müssen sich Krankenhaus-MVZ nun im Wesentlichen auf Städte und urbane Regionen beschränken. Dies wird seitens der KZBV vermutlich in nur wenigen Jahren als Vehikel benutzt werden, genau diese gesetzgeberisch geforderte Konzentration den Krankenhaus-MVZ vorzuwerfen und ihre völlige Abschaffung zu fordern. Hier sollten Krankenhäuser wachsam sein.

Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch

§ 95 wird wie folgt geändert:

Nach Absatz 1a wird folgender Absatz 1b eingefügt:

„(1b) Ein zahnärztliches medizinisches Versorgungszentrum kann von einem Krankenhaus nur gegründet werden, soweit der Versorgungsanteil der vom Krankenhaus damit insgesamt gegründeten zahnärztlichen medizinischen Versorgungszentren an der vertragszahnärztlichen Versorgung in dem Planungsbereich der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, in dem die Gründung des zahnärztlichen medizinischen Versorgungszentrums beabsichtigt ist, 10 Prozent nicht überschreitet.

In Planungsbereichen, in denen der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um bis zu 50 Prozent unterschritten ist, umfasst die Gründungsbefugnis des Krankenhauses für zahnärztliche medizinische Versorgungszentren mindestens fünf Vertragszahnarztsitze oder Anstellungen.

Abweichend von Satz 1 kann ein Krankenhaus ein zahnärztliches medizinisches Versorgungszentrum unter den folgenden Voraussetzungen gründen:

1. in einem Planungsbereich, in dem der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um mehr als 50 Prozent unterschritten ist, sofern der Versorgungsanteil der vom Krankenhaus damit insgesamt gegründeten zahnärztlichen medizinischen Versorgungszentren an der vertragszahnärztlichen Versorgung in diesem Planungsbereich 20 Prozent nicht überschreitet,

2. in einem Planungsbereich, in dem der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um mehr als 10 Prozent überschritten ist, sofern der Versorgungsanteil der vom Krankenhaus gegründeten zahnärztlichen medizinischen Versorgungszentren an der vertragszahnärztlichen Versorgung in diesem Planungsbereich 5 Prozent nicht überschreitet.

Der Zulassungsausschuss ermittelt den jeweils geltenden Versorgungsanteil auf Grundlage des allgemeinen bedarfsgerechten Versorgungsgrades und des Standes der vertragszahnärztlichen Versorgung. Hierzu haben die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen umfassende und vergleichbare Übersichten zum allgemeinen bedarfsgerechten Versorgungsgrad und zum Stand der vertragszahnärztlichen Versorgung am 31. Dezember eines jeden Jahres zu erstellen. Die Übersichten sind bis zum 30. Juni des jeweils folgenden Jahres zu erstellen und in geeigneter Weise in den amtlichen Mitteilungsblättern der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen zu veröffentlichen. Die Sätze 1 bis 6 gelten auch für die Erweiterung bestehender zahnärztlicher medizinischer Versorgungszentren eines Krankenhauses.“

Bild von Pexels auf Pixabay

FDVZ schießt standespolitisches Eigentor – Bedarfsplanung für Zahnärzte

FDVZ schießt standespolitisches Eigentor – Bedarfsplanung für Zahnärzte

Die Problematik kommt ein bisschen mit Ansage: Nachdem der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) sowie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) den Versorgungsnotstand aufgrund von sogenannten „Investoren-MVZ“ ausgerufen hatten – obwohl dies nur einen ganz geringen Anteil der deutschen Zahnarztpraxen betrifft (nämlich 0,1% aller Praxen in Deutschland) – reagiert nun die Politik. Offenbar nicht so, wie die zahnärztlichen Berufspolitiker dies vorhergesehen hatten.

Bedarfsplanung für Zahnärzte

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Sabine Dittmar – selbst Hausärztin – äußerte sich dahingehend, dass man „MVZ-Konstrukten“ durch eine Bedarfszulassung „recht einfach“ begegnen könne. Das bedeutete, dass wie im ärztlichen Bereich in den einzelnen Planungsregionen bei Überversorgung keine Zulassungen mehr vergeben werden könnten. Dadurch müssten MVZ Sitze „hinzukaufen“ und könnten nicht einfach weitere Zahnärzte zulassen.

Der Vorsitzende des FDVZ Harald Schrader entgegnet dazu, dass dies das von ihm angenommene Problem der „Investoren-MVZ“ vergrößerte und dann erst recht Sitze aufgekauft und die freiberufliche Niederlassung zerstört wären und monopolartige Strukturen entstünden. Dabei verweist er auf Radiologen, Labormedizin, Dialyse und Augenärzte.

Wie auch in anderen Stellungnahmen vermischt der FDVZ-Vorsitzende die verschiedensten Ursachen miteinander. Die Bedarfsplanung ist sicherlich nicht der Grund, warum in den oben genannten Arztgruppen starke MVZ-Strukturen entstanden sind. Alle genannten Arztgruppen sind besonders abhängig von modernster Medizintechnik, was den Patienten auch zu Gute kommt.

Die dafür notwendigen hohen Investitionen kann ein niederlassungswilliger junger Mediziner nur noch unter erheblicher Verschuldung aufbringen. Ebenso wie das Geld für den Kauf einer zwangsläufig sehr teuren Praxis. Allerdings haben die Kartellbehörden die entsprechenden MVZ-Gruppen durchaus im Blick, konnten bislang aber noch keine Problematik erkennen. Die entsprechenden Praxen dieser spezialisierten Fachgruppen sind aufgrund der teilweise dafür sehr großen Planungsbereiche (in der Labormedizin ist es der KV-Bezirk) zwangsläufig an verkehrsgünstigen Orten, also in großen Städten, untergebracht. Dies kann mit der wesentlich kleinteiligeren Zahnmedizin kaum verglichen werden. Vergleichbar ist nur der hohe Investitionsaufwand, für den KZBV und FDVZ außer der Verwünschung von externen Investoren bei gleichzeitiger Werbung für Bankkredite oder von Banken betriebenen Zahnärztezentren bislang keine Lösung entwickelt haben.

Der „Zauberlehrling“

Dass die Zahnmedizin in das Blickfeld der Bedarfsplanung gerät, haben FDVZ und KZBV  in der Tradition von Goethes „Zauberlehrling“ selbst heraufbeschworen. Wenn man ständig behauptet, es läge an den – in der Summe wenigen – Investoren im Gesundheitswesen, die junge Zahnärzte aus ländlichen Regionen abzögen (obwohl die „Landflucht“ ein allgemeiner Trend von Rechtsanwälten bis hin zu Maschinenbauingenieuren ist), dann liefert man Befürwortern der Bedarfsplanung in der Gesundheitspolitik eine Steilvorlage.

Dabei ist eine Bedarfsplanung, die stark in die Lebensplanung von Menschen eingreift unseres Erachtens auch nicht die goldene Lösung, da mildere und sehr effiziente Maßnahmen zur Diskussion stehen (siehe Kommentar: Investoren-MVZ ja, allerdings kontrolliert! Regulieren statt verbieten!).

(Z)-MVZ: Diskussion ist wichtig, doch bitte ohne Absurditäten!

(Z)-MVZ: Diskussion ist wichtig, doch bitte ohne Absurditäten!

Im Rahmen des TSVG-Gesetzgebungsverfahrens nimmt die Schärfe in der Auseinandersetzung über die krankenhausgetragenen (Z-)MVZ zu. Dies gilt insbesondere nach der Stellungnahme des Bundesrates, Krankenhaus-MVZ an den Planungsbereich des Krankenhauses zu binden sowie nach dem Gemeinsamen Papier von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV), Bundesärztekammer (BÄK) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Gründungsmöglichkeiten von MVZ einzuschränken. In der politischen Diskussion freilich nimmt die MVZ-Diskussion bisher eher eine Fußnote ein. Viel verbissener wird beispielswese über die verpflichtende Erhöhung der Sprechstundenzahl für Vertragsärzte und die Zugangsmöglichkeiten zur vertragspsychotherapeutischen Versorgung gestritten. Vielleicht wird die Argumentation auf Seiten der Standesvertreter deshalb immer schriller. Dabei tun sich insbesondere KZBV und der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FDVZ) hervor. Ihre Sichtweise pflegen sie insbesondere über die „Zahnärztlichen Mitteilungen“ (ZM) der Öffentlichkeit darzulegen. Die KZBV ist Mitherausgeber der ZM. Vorliegend in meinem Beitrag soll es gar nicht um den Meinungsstreit an sich gehen, sondern um die gepflegte inhaltliche und formale Argumentationsweise.

Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen

In dieser Woche bezweifelte die KZBV die MVZ-Statistiken der Kanzlei Lyck+Pätzold, die Rechtsanwalt Jens Pätzold in einem Interview mit der Zahnarztwoche (DZW) genannt hatte und fügte stattdessen ihre eigene Statistik an, nach der fast keine Z-MVZ auf dem Land gegründet worden seien (Zahneins: Nur 4 Z-MVZ sind auf dem Land!). Die KZBV nutzt dabei die Übersicht über die siedlungsstukturellen Kreistypen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BSSR), die von diesem selbst als „generalisiert“ bezeichnet wird. Wenn man diese generalisierende Darstellung heranzieht, gibt es insbesondere in Deutschland, insbesondere in den alten Bundesländern, kaum noch ländliche Gebiete: In ganz Nordrhein-Westfalen sind danach nur der Hochsauerlandkreis und der Kreis Höxter als „Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen“ ausgewiesen. Das bedeutet im Klartext: Nach Ansicht der KZBV sind z. B. der Kreis Olpe im Sauerland oder von Autobahnen und Bahnlinien weit entfernte Städte wie Rüthen und Warstein im Kreis Soest städtischer Bereich. Ebenso gilt dies in Hessen z. B. auch für die Region Odenwald. Diese groteske Vorgehensweise wird beim Blick auf die ärztliche Struktur in diesen Orten schnell deutlich. Man lebt dort „auf dem Land“, wie der Verfasser als langjähriger Kommunalpolitiker in Stadt und Kreis Soest und im Landschaftsverband Westfalen-Lippe gut weiß. Dass dort ein angeblich überversorgter städtischer Bereich liegen soll, muss den Bürgermeistern und Landräten vor Ort wie Hohn vorkommen. Und das sehen ja selbst die ZM ein, wenn sie in ihrem Artikel den Blick auf die (sehr flächengroße) Großstadt Bielefeld richten. Selbst in dieser Großstadt gibt es, wie sie selbst schreiben, schlecht versorgte ländliche Gebiete. Sollte aber ein Krankenhaus zum Beispiel im von den ZM genannten ländlichen Stadtteil „Hoberge-Uerentrup“ ein MVZ eröffnen, bliebe der Vorwurf des „städtischen Bereiches“ seitens der KZBV gegenüber dem Krankenhausträger immer noch erhalten. Und man mag sich weiterhin die Frage stellen, ob MVZ auf die Zahnarztdichte in den ländlichen Regionen nach BSSR (z. B. Mecklenburg-Vorpommern, Uckermarck, Bayerischer Wald, Vulkaneifel) überhaupt irgendeinen Einfluss nehmen.

Trend zur Anstellung

Mit einer etwas eigenartigen Argumentation wartete auch der FDVZ-Bundesvorsitzende Dr. Harald Schrader auf (Z-MVZ: FVDZ fordert Beschränkungen für Kaptialinvestoren). Er lässt sich von den ZM indirekt so zitieren: „Es sei bekannt, dass junge Zahnärzte mehrheitlich selbstständig und freiberuflich arbeiten möchten und in ihre Heimatregion zurückkehren wollen. Deswegen seien Z-MVZ auch aus Sicht junger Zahnärzte nicht notwendig.“ Diese Aussage befremdet aus zwei Gründen. Zum einen wird der Trend zur Anstellung (und zu Teilzeit) bei jungen (Zahn)mediziner(inne)n von vielen Marktakteuren beobachtet (Ärztestatistik: Mehr Ärzte, Trend zur Anstellung; Umfrage: Trend zur Anstellung verschärft Ärztemangel; Zeitenwende in der Zahnmedizin?). Außerdem lässt die Aussage eine gewisse Sorgsamkeit in der Begründung vermissen: Wenn nämlich nach Ansicht des FDVZ die jungen Zahnärzte wünschen,  selbstständig tätig zu sein und zudem in ihre Heimatregion zurückkehren wollen, bleibt fraglich, warum KZBV und FVDZ mit derartigem Verve gegen Z-MVZ kämpfen. Dann bedrohen die Z-MVZ doch gar nicht die Versorgung, da die jungen Leute nach Ansicht des FDVZ gar nicht in einem Z-MVZ arbeiten möchten – selbst wenn es in ihrer Heimatregion sogar ein Z-MVZ geben sollte.

Gesundheitssystem für alle Patienten

Natürlich ist eine politische Diskussion auf dem wichtigen Feld der Gesundheitspolitik nötig und erwünscht. Dies zeichnet eine demokratischen und pluralistische Gesellschaft aus. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts wie die KZBV und ein einflussreicher Verband wie der FDVZ sollten unsorgfältigen Schnellschüssen den Rücken kehren und im politischen Meinungsstreit zu einer wohlbegründeteten Argumentation zurückfinden, die in sich schlüssig ist und sich nicht selbst widerspricht. Ziel aller Akteure sollte es sein, ein leistungsfähiges und gut erreichbares Gesundheitssystem für alle Patienten bereit zu stellen und den Berufsausübungswünschen der (Zahn)ärzte – im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs – so weit wie möglich entgegenzukommen. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte in Einzelpraxen, Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern zählt nämlich vor allem eins: Die Sorge um die Gesundheit ihrer Patienten. Und es ist gut, dass der Gesetzgeber hierfür verschiedene Formen der Berufsausübung eröffnet.
Lyck+Pätzold. healthcare.recht eröffnet zweiten Standort in Düsseldorf

Lyck+Pätzold. healthcare.recht eröffnet zweiten Standort in Düsseldorf

Horizonte erweitern – Mit dem heutigen Tag verfügt unsere Kanzlei für Medizinrecht neben ihrem Stammsitz in Bad Homburg über einen zweiten Standort in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.

Wir freuen uns, damit allen unseren Mandanten in der Rhein-Ruhr Region nun auch vor Ort zur Verfügung zu stehen und Besprechungen in eigenen Räumlichkeiten anbieten zu können. Die Hauptverwaltung unserer Kanzlei bleibt natürlich in Bad Homburg. Die Verwaltung beider Standorte über unser Büro in Bad Homburg ist aufgrund der vollständigen Digitalisierung unseres Büros ganz einfach möglich.

Wir haben uns für Düsseldorf als Niederlassungsstandort entschieden, da unsere Kanzlei hier bereits über einen gut entwickelten Mandantenstamm und zahlreiche Kontakte verfügt. Zudem ist die Hauptstadt des größten Bundeslandes auch ein Ort, an dem die Möglichkeit besteht, Gesundheitspolitik aktiv mitzugestalten. Beeinflusst hat unsere Entscheidung für den Standort Düsseldorf aber auch, dass Unternehmen aus NRW speziell in der Medizintechnik eine internationale Spitzenstellung einnehmen.

Rund 200 hauptsächlich mittelständische medizintechnische Firmen erwirtschaften in NRW einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Und einmal jährlich versammeln sich in Düsseldorf rund 130.000 Fachbesucher aus aller Welt beim Weltforum der Medizin: der MEDICA, der internationalen Fachmesse für Medizintechnik, Elektromedizin, Laborausstattung, Diagnostica und Arzneimittel. Insgesamt also ein geradezu prädestinierter Standort für eine Kanzlei, die sich auf die Beratung der Healthcare-Branche im Medizinrecht spezialisiert hat.

In Düsseldorf finden Sie uns in der Kaiserswerther Straße 215 in der 9. Etage des THREE GEORGE. Von hier aus genießen Sie einen wunderschönen Ausblick auf den Rhein. Das Gebäude mit seiner einzigartigen, repräsentativen Fassade, wurde von dem international renommierten Stararchitekten Hadi Teherani entworfen, der auch den Fernbahnhof am Flughafen Frankfurt entworfen hat.

Für Terminvereinbarungen am Standort Düsseldorf wenden Sie sich einfach an uns unter unserer bekannten Rufnummer 06172-139960. Wir freuen uns, für Sie da zu sein.

Seminare und mehr..

Seminare und mehr..

Seit vielen Jahren bieten wir regelmäßig Zahnarzt Seminare an, deren Themen daran ausgerichtet sind, Sie in Ihrer erfolgreichen Praxisführung zu unterstützen.

Seminare

2017 waren unsere Rechtsanwälte weit über 100 Seminartage für Ärzte und Zahnärzte im In- und Ausland als Referenten gebucht. Und auch für 2018 befinden sich bereits mehr als 80 Seminartage in Vorbereitung. Zum Jahresauftakt geht es diesmal nach Berlin zu „Alles außer Zähne„.

Dort erwartet Sie, als Gastgeber die Studiengruppe für Restaurative Zahnheilkunde und m:consult GmbH mit einem ganz besonderen Kongressprogramm. Sie erleben anderthalb Tage mit spannenden Präsentationen und intensivem Austausch über alles, was zu Ihrem Praxiserfolg beiträgt – außer eben Zähne. Weiterlesen