Kooperationen eingehen und profitieren. Doch die Exit-Strategie muss geplant sein.

Kooperationen eingehen und profitieren. Doch die Exit-Strategie muss geplant sein.

Die Rahmenbedingungen für Zahnärzte, Krankenkassen und Patienten verändern sich in dramatischer Geschwindigkeit. Bestehende Strukturen werden aufgesprengt, bislang prägende Reglementierungen aufgeweicht oder ganz aufgehoben. Die neue Gebührenordnung noch mal verschoben, um nur ein Beispiel zu nennen. Die rasante Entwicklung im Gesundheitsmarkt hat Folgen für alle Marktteilnehmer, speziell für die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte, die in den nächsten 10 Jahren Ihre Praxisabgabe planen. Schon heute zeichnet sich ab, dass mehr Praxen abzugeben sein werden, als es junge Ärzte und Zahnärzte geben wird, welche diese übernehmen. Die Exit-Strategie hat so schon heute besondere Bedeutung.

Kooperationen und Qualitätszirkel haben daher in den letzten Jahren zugenommen und werden dennoch von den Niedergelassenen nicht als echte Entwicklungsmöglichkeit für die Zukunft gesehen.

Gesundheitsmarkt und Zukunft

Wer sich im Gesundheitsmarkt umschaut erkennt, dass es Ärzte gibt, die an der Grenze zur Insolvenz arbeiten, häufig genug, ohne es selbst zu
erkennen. Zugleich gibt es in genau demselben Markt Ärzte die Millionenumsätzen erwirtschaften. Beide bieten häufig eine ähnliche Leistung zu ähnlichen Preisen an. Was die beiden unterscheidet ist die Strategie und die Begeisterung für Ihre Praxis. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Praxen besonders erfolgreich sind, die in wenigen Sätzen
definieren können, was das besondere an Ihrer medizinischen Leistung ist und die bereit sind Beratung und Dienstleistungen anderer in Anspruch zu nehmen. So können sich gutorganisierte Ärzte auf ihre Praxis konzentrieren. Aus der Geschichte heraus ist das für die Ärzte eine nicht ganz einfache Aufgabe, doch das ist die Zukunft.

Mehr zum Thema Exit-Strategie und Zukunft lesen Sie in unserem Beitrag: kooperation-eingehen-dokument_443

Kooperationen eingehen und profitieren!

Kooperationen haben zwar in den letzten Jahren zugenommen, werden jedoch immer noch nicht als echte Entwicklungsmöglichkeit einer Zahnarztpraxis für die Zukunft betrachtet. Und dies, obwohl die Kooperationsmöglichkeiten durch das Vertragsarztänderungsgesetz ausgeweitet wurden und mannigfaltige Konstellationen wirtschaftliche und persönliche Vorteile bieten. Kooperationen wie etwa die Teilberufsausübungsgemeinschaft werden dennoch von Zahnärzten nicht genutzt und eingegangen. Doch woher die Furcht vor solchen Kooperationen? Weiterlesen

Praxislabor in Z-MVZ-GmbH: Nichts spricht dagegen!

Praxislabor in Z-MVZ-GmbH: Nichts spricht dagegen!

Die Etablierung zahnärztlicher MVZ (Z-MVZ) wird orchestriert von etwas randständigen Nebenscharmützeln. Zum einen geht es dabei um die Frage der Anzahl der zulässigen Vorbereitungsassistenten, zum anderen um die Frage der Zulässigkeit eines Praxislabors. 

Aufgekommen ist diese Frage im Jahr 2018 dadurch, dass die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein in einem Brief an Z-MVZ, die in der Rechtsform der GmbH organisiert sind, angekündigt hat, die Erstattung von Praxislaborleistungen für unzulässig zu halten und diese nur noch so lange zu erstatten, bis ein – offenbar von ihr angestrengtes – Gerichtsverfahren eine Klärung erbracht hätte. Ebenso wird die Unzulässigkeit der Erstattung auch von Zulassungsausschüssen im Rahmen des Zulassungsverfahrens von MVZ-GmbHs bereits im Vorfeld postalisch mitgeteilt. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren ist dem Verfasser jedoch zur Zeit nicht bekannt. Ebenso ist dem Verfasser auch nach Gesprächen keine einzige Krankenkasse bekannt, die ein Problem mit der Erstattung von Praxislaborkosten hat.

Vereinzelte Stimme für Unzulässigkeit

In der juristischen Diskussion hat eine solche Sichtweise in der letzten Zeit vereinzelt Zustimmung erfahren (Niggehoff, in: Sodan, Handbuch des Krankenversicherungsrechts, § 18, Rn. 113; derselbe, in: Ratzel u. a., Festschrift 20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im DAV, S. 294). Die Argumente seien, dass die berufsrechtliche Erlaubnis des § 11 MBO-Z auf MVZ mangels Anwendung der Berufsordnung nicht durchschlage, eine GmbH gewerblich tätig sei und die dort angestellten Zahnärzte keine „eigenen“ Patienten hätte, für die sie Laborleistungen erbrächten, da er Behandlungsvertrag mit der GmbH geschlossen werde.

Herrschende Meinung: Praxislaborleistungen können in Z-MVZ-GmbH erbracht werden

Diese Argumentation überzeugt dogmatisch nicht und wird von der herrschenden Meinung abgelehnt (Jahn, in: Halbe/Schirmer, Handbuch Kooperationen im Gesundheitswesen, A 1800, Rn. 95 ff.; Frigger, in: Orlowski/Remmert, GKV-Kommentar SGB V, § 88 SGB V, Rn. 18; Reimer, Laborleistungen von Zahnarzt-MVZ werden in Frage gestellt – Mitteilung des zukünftigen Abrechnungsausschlusses durch die KZV Nordrhein (www.ppp-rae.de; nur online verfügbar), Bischoff, DZW 12/2017, S. 19). Dabei sind folgende Gesichtspunkt entscheidend:

–         Auch Zahnärzte in Z-MVZ sind Zahnärzte. Daher sind sie grundsätzlich dafür qualifiziert, alle zahnärztlichen Leistungen zu erbringen. Die entsprechenden Qualifikationen haben sie ihm Studium erlernt und wurden im Rahmen der zahnärztlichen Examina abgeprüft (vgl. §§ 28 Abs. 5, 50 ZÄPrO) .

–         Die Berufsordnung ist keine Erlaubnisvorschrift für Praxislabore, sondern wirkt nur deklaratorisch. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG, Urt. v. 11. 05.1979, Az.: 5 C 16/79) hielt Praxislabore schon zu einem Zeitpunkt für zulässig, als noch nicht von einer Berechtigung die Rede war, sondern nur die räumlichen Bedingungen beschrieben wurden (hierzu Jahn, a. a. O.). Die Herstellung von Zahnersatz in Praxislaboren ist zudem älter als das Berufsbild der Zahntechniker.

–         Im Gesetz (vgl. § 88 SGB V) findet sich keine Stütze dafür, dass ausschließlich Vertragszahnärzte, nicht jedoch Z-MVZ Laborleistungen erbringen dürfen. § 72 Abs. 1 S. 2 SGB V regelt jedoch, dass die auf Ärzte bezogenen Regeln u. a. auch für Zahnärzte und MVZ gelten. Eine Einschränkung, dass nur Vertragsärzte, jedoch keine MVZ GmbH die entsprechenden Leistungen erbringen dürfen, ist nicht ersichtlich. Die Gewerblichkeit der Leistung ist einer Z-MVZ GmbH immanent und kein Grund, dass diese keine zahnärztlichen Leistungen erbringen darf. 

–         Das SGB V spricht davon, dass die Versorgung – nicht die Verordnung – von Zahnersatz Teil der vertragszahnärztlichen Versorgung ist.

–         Ursprünglich war die Versorgung mit Zahnersatz sogar im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung mitgeregelt. Die Regelungen über Zahnersatz sollten dann nur eine Klarstellung bieten (siehe hierzu auch: Sproll, in: Krauskopf, Soziale Krankenversicherung, Pflegeversicherung, § 73 SGB V, Rn. 32).

–         Die Herstellung des Zahnersatzes erfolgt für den Zahnarzt, nicht für den Patienten. Auch bei gewerblichen Dentallaboren kommt kein Vertrag zwischen Patient und Dentallabor zu Stande.

Schließlich sei noch ein praktisches Argument zu nennen: Auch im Bereich der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein gibt es in den vier Universitätskliniken Düsseldorf, Aachen, Köln und Bonn nach Wissen des Verfassers zahntechnische Labore. Auch die Universitätskliniken sind als Klinik nicht Mitglied der Zahnärztekammer und unterliegen somit als Klinik nicht der Berufsordnung. Trotzdem werden hier von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein (wettbewerbsrechtlich) unbeanstandet Laborleistungen erbracht. 

Im Übrigen stellt sich die Frage, inwieweit eine Kassenzahnärztliche Vereinigung bei von der Krankenkasse genehmigter Zahnersatzversorgung überhaupt eine Kürzungsbefugnis aufgrund des „falschen Labors“ hat.

Fazit

Es gibt kein tragfähiges Argument, die Leistungserbringung von Z-MVZ-GmbH-Praxislaboren in Frage zu stellen. Z-MVZ, denen hier Kürzungen oder Regresse angedroht werden, sind gut beraten, den Rechtsweg einzuschlagen.

Tätigkeit in „freier Praxis“ – BGH ermöglicht Gestaltung von Franchisemodellen für Arzt- und Zahnarztpraxen

Tätigkeit in „freier Praxis“ – BGH ermöglicht Gestaltung von Franchisemodellen für Arzt- und Zahnarztpraxen

Aufsehen erregte diese Strafsache zu Franchisemodellen von Arzt- und Zahnarztpraxen auch in der Tagespresse: Die beiden Angeklagten boten Dienstleistungen im Bereich der Laboratoriumsmedizin an. Zum einen waren dies Beratungsleistungen zum wirtschaftlichen Betrieb und zu Kooperationen im Laborbereich. Zum anderen stellten sie über eine GmbH Laboreinrichtungen inklusive Geräten, Räumen und Personal für Ärzte zur Verfügung. Dies wurde in zahlreichen Verträgen fixiert. Die in den Laboren tätigen Einzelärzte oder Berufsausübungsgemeinschaften rechneten gegenüber den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen „ganz normal“ ab. Weiterlesen

Karriere bei Lyck+Pätzold. healthcare.recht

Karriere bei Lyck+Pätzold. healthcare.recht

Unsere Kanzlei ist auf Wachstumskurs. Deshalb suchen wir Rechtsanwalt (w/m/d) mit Erfahrung im gesamten Bereich des Medizinrechts.

Wer sind wir? Unsere Kanzlei berät seit 2002, große und wachstumsorientierte Arzt- und Zahnarztpraxen und Industrieunternehmen in der Healthcare-Branche. Zu unserer Beratung gehört es, Zukunftskonzepte und Strategien für unsere Mandanten zu entwickeln und diesen im Rahmen einer langfristigen Beratung, die über den konkreten Anlass hinausgeht, eine rechtliche und strategische Rundumbetreuung anzubieten.

Unser Ziel ist es, unseren Mandanten durch unsere Marktkenntnis und unsere Vernetzung im Markt einen echten Mehrwert zu bieten. Wir schaffen für unsere Mandanten Sicherheit, Erfolg und damit mehr Freiraum. Unsere Kanzlei berät ausschließlich medizinische Leistungserbringer und Unternehmen der Healthcare-Branche. Seit über 16 Jahren ist unsere Kanzlei von dynamischem Wachstum geprägt – und erneut suchen wir ab sofort einen Rechtsanwalt (m/w/d).

Wir erwarten von Ihnen exzellente Rechtskenntnisse, engagiertes und effizientes Arbeiten auf höchstem Niveau, Persönlichkeit und nicht zuletzt herausragende Beraterqualitäten.

Was sollten Sie mitbringen? Vor allem einen hohen Anspruch an Ihre berufliche Entwicklung und eine herausragende juristische Qualifikation. Wir erwarten hervorragende Examina. Erworbene Abschlüsse wie den „Master of Laws“ (LL.M.) im Medizinrecht oder einen Doktortitel begrüßen wir, sie sind keine zwingende Voraussetzung.

Ihre Aufgaben:

  • Umfassende Beratung – Ihre Aufgabe umfasst die selbständige rechtliche Beratung und Vertretung von Leistungserbringern und sonstigen Akteuren der Healthcare-branche.
  • Spannende Themen – Sie sind im gesamten Bereich des Medizinrechts tätig, u.a. im Zusammenhang mit der Gründung und Umstrukturierung medizinischer Versorgungszentren, der Gründung ärztlicher Berufsausübungsgemeinschaften und Kooperationen sowie dem ärztlichen Werberecht.
  • vielfältige Aufgaben – Sie haben bei allen Beratungsmandanten die  Compliance und den Datenschutz im Blick.

Ihr optimales Profil:

  • überdurchschnittliche Examina
  • fachliche Kenntnisse im Medizinrecht
  • Fachanwaltskurs im Medizinrecht oder Handels- und Gesellschaftsrecht
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Worauf wir besonders Wert legen:

  • Teamfähigkeit
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Sie sind interessiert? Dann bitten wir Sie unter der Angabe Ihrer Gehaltvorstellung sowie möglichem Eintrittstermin sich mit Ihren aussagekräftigen Unterlagen per E-mail zu bewerben: kanzlei@medizinanwaelte.de

Die guten Gründe bei uns zu arbeiten!

Förderung durch Fortbildung

… für Ihre persönliche und fachliche Entwicklung. Mindestens zweimal im Jahr bilden wir uns als Team fort. Sie greifen auf die Erfahrung unseres gesamten Teams zurück und bringen Ihre Erfahrungen ein – damit wir gemeinsam jeden Tag ein bisschen besser werden.

positives Arbeitsumfeld

… Sie arbeiten in einer hochmodernen Rechtsanwaltskanzlei mit hochwertiger technischer Ausstattung und einem außergewöhnlichen Team. Hier werden Sie sich genau wie wir mit vielen netten Kolleginnen und Kollegen sehr wohlfühlen.

modernes Arbeitsumfeld

… unsere Kanzlei ist digital. Für das Arbeiten in der Kanzlei und insbesondere auch im Homeoffice steht eine der modernsten Hardware-Lösungen überhaupt bereit.

langfristige Zusammenarbeit

… Hire & Fire: das schnelle Anheuern, wenn neue Mandanten kommen, oder die kurzfristige Kündigung, wenn Mandanten gehen – das ist nicht unser Stil. Wir wählen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen sorgfältig aus, denn wir setzen auf eine langfristige Zusammenarbeit.

Exitstrategien – Möglichkeiten in einer sich wandelnden Branche

Exitstrategien – Möglichkeiten in einer sich wandelnden Branche

Der Zahnmedizin in Deutschland steht ein Wandel bevor. Der Trend der letzten Jahre, weg von der Einzelpraxis, hin zu Medizinischen Versorgungszentren oder Berufsausübungsgemeinschaften mit spezialisierten Zahnärzten in verschiedenen Abteilungen oder gar an mehreren Standorten, wird sich in Zukunft noch verstärken. Damit ändern sich auch die Voraussetzungen für die Exitstrategien.

Die Gründe dafür sind so bekannt wie vielfältig, natürlich ist es in erster Linie eine Effizienz- und Kostenfrage, doch – und dieses Motiv könnte in Zukunft noch bedeutsamer werden – Zahnmediziner/innen der nächsten Generation setzen in Bezug auf ihr Arbeitsleben völlig andere Prioritäten, als es bisher in der Branche der Fall war.

Diesen Ansprüchen an die richtigen Arbeitsbedingungen – übrigens der Generation Y wichtiger als das Gehalt – können größere MVZs besser gerecht werden. Somit werden diese in Zukunft attraktiver für meist weiblichen Zahnärzte/innen sein. Der angestellte Zahnarzt/in ist außerdem nach Umfragen das Modell der Zukunft, hat die kommende Generation doch ein viel geringeres Interesse an einer Selbstständigkeit, deren Nachteile für sie den Vorteilen überwiegen. Weiterlesen